Mittwoch, 17. April 2024
Der nächste Umlauf
Das Leben bringt einen guten Scherz nicht nur einmal...das wäre ja Verschwendung von komödiantischem Material.
Am Zehnten Elften des Jahres Zwölf dachte der Narr er stiege in seine vermeintlich letzte Beziehung ein. Die Prinzessin hatte sich aus dem Turm befreit und dem Narren ihr Herz geschenkt. Natürlich unter der Bedingung einer exklusiven Lebenspartnerschaft bis ans Ende aller Tage.
Exakt 1000 Tage nach dem Beginn dieses Abenteuers hielt der Narr um die Hand seiner Angebeteten an. Es folgten zwei Jahre der Planung, eine wunderschöne Gartenhochzeit sowie eine Traumhochzeit mit einer dreistelligen Zahl von Gästen.
Nach Jahren des Übens und Bangens erschuf das glückliche Paar neues Leben und einer wundervollen Tochter folgten zwei wahnsinnig tolle Söhne.
Doch zum Ende des ersten Lebensjahres des Nesthäkchens zogen Wolken auf. Der Narr war zunehmend gestresst von Brutpflege und Broterwerb, sie hatte sich verloren in der Betreuung der Kinder, und die beiden hatten aufgehört als Paar zu existieren.
So kam Eins zum Anderen: Die Abende im Kreise ihrer Mixed-Volleyball-Mannschaft wurden länger, dann kamen tagsüber Verabredungen zum Kaffee hinzu und nach fast exakt zwölf Jahren eröffnete sie dem Narren, dass sie sich extern verliebt habe, und daher die Trennung wünsche.
Der Narr war wie vom Donner gerührt, denn er hatte die Zeichen nicht gesehen. Er war sich ihrer zu sicher gewesen. Er hatte geglaubt, dass das gemeinsame Leben mit fortschreitendem Lebensalter der Kinder einfacher werden würde, und mit dem abnehmendem Stresslevel auch die verschütt' gegangenen Gefühle füreinander wieder aufleben würden.
Und so sitzt der Narr nach einem neuerlichen Abenteuer wieder auf seinem Hosenboden. Lerne: Eine Beziehung muss auch nach viel Progression immer weiter gepflegt werden. Und das ist DEINE Aufgabe!



Donnerstag, 8. November 2012
Entscheiden?

Frühling oder Sommer? Wieso entscheiden?
Sein rotes Laubkleid trägt dieser prächtige Baum zu jeder Jahreszeit, und einen blauen Himmel gibt es auch immer wieder zu bestaunen.
Wo andere nach der richtigen Entscheidung suchen, genießt er einfach den Tag, lässt sich vom Wind die Blätter zerzausen und tankt Energie in der herrlichen Sonne.
Wir haben die Chance, von ihm zu lernen. Siehst Du ihn Lächeln?



Mittwoch, 7. November 2012
Wunderliche Narren
Menschen kommen auf die wunderlichsten Ideen!
Jeder hat schon einmal die Geschichte gehört von dem Narren, der auszog um das Glück zu finden. Der arme Teufel lässt sein Leben und seine Familie hinter sich und schleicht mitten in der Nacht gen Süden davon. Mit jedem Schritt, den er sich von seiner Heimat entfernt wird ihm leichter ums Herz. Das Glück liegt schließlich in der Welt draußen. Und er ist auf dem Weg es sich zu holen!
Die Sonnenstrahlen des neuen Morgens scheinen wärmer als zuhause, die Menschen sehen freundlicher aus, die Luft schmeckt anders, salziger - ist das da hinten etwa schon das Meer?
Und so entdeckt der Narr die Welt. Er badet im Meer, erklettert die höchsten Gipfel, durchstreift die wundersamsten Wälder und isst die exotischsten Speisen. Er bettet sein Haupt mal hier und mal dort. Und ist immer noch auf der Suche nach dem Glück. Irgendwo wird es sein, hinter einem der nächsten Hügel...
Er zieht durch die Dörfer und schüttelt seinen Kopf über die Alten, die auf ihrer Bank auf dem Dorfplatz sitzen und ihm lächelnd hinterherschauen. Wie kann man nur so träge seine Zeit vergeuden? Wieso suchen die nicht auch nach ihrem Glück?
In einer großen Stadt, die über die Landesgrenzen hinaus für ihre Tempel der Weisheit bekannt ist, verweilt der Narr länger. Er lauscht den Gelehrten, diskutiert mit anderen Wanderern. Jeder sucht das Glück auf seine Art.
Müde und verwirrt von den widerstreitenden Stimmen begibt sich der Narr wieder auf seine Reise. Er genießt plötzlich die Ruhe der Wälder, die Einsamkeit der Berghänge. Aber das Glück hat er nicht gefunden. Bis er über eine uralte Schatzkarte stolpert.
Er macht sich sofort auf den Weg, durchquert steinige Wüsten, umläuft riesige Seen, übersteigt Gletscher und gewaltige Berge und findet sich plötzlich am Ausgangspunkt seiner Reise wieder. Er riecht die vertrauten Gerüche, hört die altbekannten Stimmen, und setzt sich erst einmal staunend unter die Dorfeiche in den Staub und benetzt die alte Erde mit seinen Tränen - Tränen des Glücks und der Freude, der Scham über seine Dummheit und Tränen vor Lachen...über das Leben und seine Lektionen...